Immer diese falschen Töne

Immer diese falschen Töne

Beitragvon Maira » Mittwoch 3. April 2013, 23:58

Verflixt und verspielt noch mal - immer diese falschen Töne

:evil: Das passiert ständig. man übt, un übt, und übt, und trotzdem, will man aufnehmen oder vorspielen, schlupp, da ist es passiert. Was zu Hause einigermaßen gut läuft, geht irgendwie gar nicht mehr.
Hhm, was nun ?
Für meinen Teil habe ich festgestellt, daß ich mich dran gewöhnen muß, daß Menschen oder Aufnahmegeräte
"mithören ". Für gewöhnlich ist man beim Üben still und leis in seinem Kämmerlein, und keiner hört mit.
Jetzt will ich aufnehmen, und holla, immer diese Fehler, und weils so schön ist, immer an einer anderen Stelle.
Das gibts ja gar nicht :shock: , wenn es eine bestimmte Stelle ist, die kriegt man mit üben weg, aber immer wo anders ?
Bis mir gedämmert ist, das Gerät hört mit, und weil das so ist, bin ich aufgeregt, deshalb unkonzentriert, daher die Schusseleien immer wo anders, immer nervig.
Aber nach dem mindestens 351 Fehlversuch , da! Es hat geklappt. Ohne Fehler.
Weil : das dämliche Ding war eben nur noch das : dämlich ! Keine Angst , konzentriert , routiniert .
Wenn man es schafft, die Zuhörer auszublenden, wird man locker, entspannt, es geht auf einmal von alleine.
Aber es war ein hartes Stück Arbeit, da hinter zu kommen.
Jetzt freu ich mich nur noch darüber, ich bin mir sicher, die anderen Stücke knack´ich auch noch, wär doch gelacht :P
Maira
 
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Re: Immer diese falschen Töne

Beitragvon Maira » Donnerstag 6. Juni 2013, 22:11

Und wieder getäuscht !
Die CD hab ich fertig. Und nach der intensiven Überei und Spielerei könnte man denken :
Ja, jetzt kann ich es , und man spielt es vor, und Bauz, falsch gedacht. :lol:
Anscheinend ist es wirklich so, daß man nur " Gut " wird, wenn man sich die Blöße gibt und immer wieder
öffentlich auftritt, trotz aller Fehler und Unsicherheiten. :roll:
Schade, was mir fehlt , wären Erfahrungsberichte von Erfahrenen.
Wie war das bei euch ? Habt ihr auch so viel Bammel gehabt ? Wie habt ihr das überwunden ?
Ach , ein Kurs mit dem Thema : Der perfekte Auftritt, wie überspiele ich Unsicherheit und wie komm ich da raus,
wenns gar nicht laufen will, das wärs doch.

Nun, ich übe weiter, bleibt mir ja auch nix anderes über. :(
Schiefklingende Grüße Maira
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Re: Immer diese falschen Töne

Beitragvon Hannah » Sonntag 4. August 2013, 17:55

Hallihallo liebe Maira,

Ich kann dich beruhigen mir geht es genauso wie dir! Wenn ich den Leuten erzähle, dass ich seit zehn Jahren Harfe spiele, meinen viele, dass ich so gut wie keine Fehler mache. DOCH Fehler gehören nun mal dazu zum Spielen eines Instrumentes :D

Meine Harfenleherin und ich haben uns für folgende Vorgehensweise entschieden ;)

1. Unser Gehirn ist eine Festplatte, die wir bespielen müssen mit unseren Stücken.
2. Wenn beim Einüben eines neuen oder wiederholten Stückes sich eine Problemstelle heraus Kristallisiert, wird erstmal genau Ermittelt, woran das liegen könnte, Fingersatz?, Rhythmus? oder denke ich einfach zu viel darüber nach und blockiere so meine Finger?
3. Dann wird diese Stelle sehr oft seehr langsam wiederholt, dass ist ganz wichtig, damit unsere Festplatte die Stelle sich positiv merkt und richtig abspeichert.
4. Jetzt nehmen wir einen Teil der vor der Problemstelle liegt und beginnen diesen mit in den vorher geübten Teil einzubauen, wieder seehhr langsam und mit vielen Wiederholungen!
5. Ich habe im Unterricht gelernt, dass das Harfe spielen sehr viel mit dem Denken verbunden wird, dabei wissen unsere Finger instinktiv, wann welche Stelle kommt ohne das wir groß darüber Nachdenken müssen :)

Meine Harfen Leherin hat mir erzählt, dass selbst Menschen die ihr Gedächtnis verloren haben noch durchaus in der Lage sind, Harfe zu spielen, denn ihre Finger haben es Verinnerlicht

Dieses Wissen hilft mir gelassener ans Üben heran zu gehen und auch wenn mal der eine oder andere Zuhört macht es mir nicht mehr sooo viel aus wie noch vor ein paar Monaten. Ich habe gelernt mich auf meine Hände insbesondere auf meine Finger verlassen zu können.

Kleiner Tipp noch zum Schluss: Versuch doch mal eine Stelle die du gut kannst Blind zu spielen! Das mag dir am Anfang wesentlich schwerer fallen aber du wirst merken, dass es plötzlich ganz von alleine klappt!

Also Kopf und Finger nicht Hängen lassen, ihr schafft das!

Liebe Grüße

Hannah
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Re: Immer diese falschen Töne

Beitragvon Maira » Freitag 23. August 2013, 12:01

Danke für Deinen Zuspruch . Inzwischen ist das etwas besser geworden mit der Vorspielerei.
Ich hab mich ins kalte Wasser gestürzt 8-) und bei einem Theaterstück eine Harfenspielerin gemimt.
Da waren 10 Abende lang je 425 Zuschauer da, entweder bibbern oder spiel wie der Teufel.
Da ich gegen meine Erwartung doch sehr fest ins Geschehen eingebunden war, konnte ich nicht
rumexperimentieren. Also spielte ich meine Stücke so wie andere ihren Text sagen.
So konnten die Schauspieler wie beim Text " Stichwörter" nutzen. Die Sachen sitzen im Hirn, das
glaubst Du nicht.
Aber ich hab auch gelernt, die Zuschauer in gewissem Maß so weit auszublenden, daß mich deren
Anwesenheit nicht mehr so irritiert. Bis ich zum Theaterharfen kam, wars dann schon dunkel,
da hab ich eh kaum noch jemanden gesehen, zumal ich Licht auf die Finger brauchte, ganz ohne
hingucken geht's halt noch nicht.
Also hat am Ende der ganze Stress und Ärger doch noch was positives bewirkt.
Im Urlaub hab ich spontan in der Kreuzkirche in Pilsum geharft, das hat mich dann gar nicht mehr
gestört, daß da Leute zugehört haben, das war eine schöne Sache.
Liebe Grüße und entspanntes Harfe spielen Maira :P
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Re: Immer diese falschen Töne

Beitragvon yoshi » Mittwoch 25. Dezember 2013, 13:36

Je länger man spielt, desto kälter lassen einen "falsche" Noten. Man lernt nicht etwa, immer "besser" maschinenhaft zu reproduzieren, sondern man wird immer kreativer, routinierter, abgebrühter beim Pfuschen :mrgreen:

LG

Yoshi
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